Kammerphilharmonie Bad Nauheim

10.03.2019 – 20.10.2019
Leitung Uwe Krause • D. Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 • Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 "Die Romantische" Das Zweite Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch stammt aus dem Jahr 1966 und damit aus einer Zeit,... weiterlesen
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Event-Info

Leitung Uwe Krause
• D. Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2
• Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 "Die Romantische"
Das Zweite Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch
stammt aus dem Jahr 1966 und
damit aus einer Zeit, in der es zum einen
politisch wieder grauer wurde – Leonid
Breschnew, der in der Sowjetunion nun die
Parteiführung übernommen hatte, knüpfte
an Stalins Repressionspolitik an. Zum anderen
hatte Schostakowitsch gleich mehrere gravierende
gesundheitliche Probleme.
Das Zweite Cellokonzert ist ein Werk der
Konzentration und der Reduktion, was die
orchestralen und instrumentalen Mittel
angeht. Nichts Überflüssiges ist hier im
Spiel, nichts Äußerliches. Kein Rausch,
keine satten Farben, vieles spielt sich lediglich
zweistimmig ab. Schostakowitsch greife
hier, schreibt der Musikologe Detlef Gojowy,
vielmehr auf jene Mittel zurück, die schon
seine Jugendkompositionen bestimmt hätten:
»Pendelmotive, ostinate Figuren von motorischer
Akzentuierung, Läufe und Passagen
über gewohnte Melodieumfänge hinaus«,
dazu mit der jüdischen Volksmusik verwandte
Halbton-Melodiekonstruktionen.
Ein unwirkliches Raunen der Streicher,
darüber der zarte Einsatz eines Solo-Horns,
ein Quintsprung abwärts, dann wieder
aufwärts ... Zum Inbegriff der Romantik
wurde dieser Beginn, die Anfangstakte aus
Anton Bruckners Vierter, der er selber den
Beinamen Romantische gab. Mit der Komposition
der Vierten trat Bruckner nach einigen
beruflichen Niederlagen die Flucht nach vorne
an: »Weil die gegenwärtige Weltlage geistig
gesehen Schwäche ist, flüchte ich zur Stärke
und schreibe kraftvolle Musik.«
Die im November 1874 abgeschlossene Urfassung
nahm er sich vier Jahre später wieder
vor und arbeitete sie noch einmal grundlegend
um. Auch nach der Uraufführung 1881
in Wien veränderte Bruckner noch einiges.
Erst in den 1930er-Jahren wurde Bruckners
überarbeitete Fassung von 1880 im Rahmen
der kritischen Gesamtausgabe seiner Werke
durch Robert Haas von fremden Zusätzen
weitgehend befreit. In dieser Version
hat sich die Romantische im Konzertsaal
etabliert. Die Uraufführung der Vierten am
20. Februar 1881 mit den Wiener Philharmonikern
unter Hans Richter bescherte dem
Komponisten seinen ersten großen Erfolg
als Sinfoniker. »Bruckner ist der Schubert
unserer Zeit«, hieß es danach in einer viel
zitierten Kritik aus dem Vaterland.