Vom Umgang mit Menschen

21.09.2021 – 22.09.2021
Manieren sind nicht nur eine zivilisatorische Errungenschaft hohen Ranges, sie sorgen auch für ein reizvolles Spiel mit den Finessen von Konformität und Abweichung. Unsere Kooperation zwischen Literaturfest und Musiktagen inszeniert das Vis-à-vis... weiterlesen
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Event-Info

Manieren sind nicht nur eine zivilisatorische Errungenschaft hohen Ranges, sie sorgen auch für ein reizvolles Spiel mit den Finessen von Konformität und Abweichung. Unsere Kooperation zwischen Literaturfest und Musiktagen inszeniert das Vis-à-vis zwischen der verbalen Reflexion über klassische Benimmregeln und einer Musik, die das reiche Vokabular zeremonieller und stilisierter Genres aufgreift. Dabei wird erkennbar, wie produktiv und vergnüglich die Auseinandersetzung mit formalisierten Verhaltensweisen sein kann – nicht allein in der Kunst, sondern vor allem auch im praktischen Leben.
Als Asfa-Wossen Asserates Erfolgsbuch Manieren 2003 herauskam, da vermutete die FAZ, dieser „Band eines Aristokraten mit exotisch anmutendem Namen“ sei womöglich „das Werk mit dem größten demokratischen Reiz“, das die Zeitung jemals vorabgedruckt habe. Der Text erörterte Fragen wie die, ob es erlaubt sei, während eines Besuchs den Fernseher laufen zu lassen, ob ein Einstecktuch denselben Farbton wie der Herrenanzug haben dürfe, oder ob religiöse Fragen beim geselligen Abendessen einen angemessenen Gesprächsgegenstand abgäben. Dabei hatte der äthiopische Prinz, der eine deutsche Erziehung genoss und in den sechziger Jahren nach Frankfurt kam, wo er als Unternehmensberater arbeitete, einen überaus eleganten und kosmopolitischen Blick auf das Thema geworfen.
Das Klavierrezital der Amerikanerin Claire Huangci, 2018 Gewinnerin des berühmten Concours Géza Anda, schlägt einen Bogen von den aristokratischen Tanzformen des Barocks über die elegantesten Charakterstücke des 19. Jahrhunderts bis hin zu Keith Jarretts Paraphrasen klassischer Jazz-Standards.

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Manieren sind nicht nur eine zivilisatorische Errungenschaft hohen Ranges, sie sorgen auch für ein reizvolles Spiel mit den Finessen von Konformität und Abweichung. Unsere Kooperation zwischen Literaturfest und Musiktagen inszeniert das Vis-à-vis zwischen der verbalen Reflexion über klassische Benimmregeln und einer Musik, die das reiche Vokabular zeremonieller und stilisierter Genres aufgreift. Dabei wird erkennbar, wie produktiv und vergnüglich die Auseinandersetzung mit formalisierten Verhaltensweisen sein kann – nicht allein in der Kunst, sondern vor allem auch im praktischen Leben.
Als Asfa-Wossen Asserates Erfolgsbuch Manieren 2003 herauskam, da vermutete die FAZ, dieser „Band eines Aristokraten mit exotisch anmutendem Namen“ sei womöglich „das Werk mit dem größten demokratischen Reiz“, das die Zeitung jemals vorabgedruckt habe. Der Text erörterte Fragen wie die, ob es erlaubt sei, während eines Besuchs den Fernseher laufen zu lassen, ob ein Einstecktuch denselben Farbton wie der Herrenanzug haben dürfe, oder ob religiöse Fragen beim geselligen Abendessen einen angemessenen Gesprächsgegenstand abgäben. Dabei hatte der äthiopische Prinz, der eine deutsche Erziehung genoss und in den sechziger Jahren nach Frankfurt kam, wo er als Unternehmensberater arbeitete, einen überaus eleganten und kosmopolitischen Blick auf das Thema geworfen.
Das Klavierrezital der Amerikanerin Claire Huangci, 2018 Gewinnerin des berühmten Concours Géza Anda, schlägt einen Bogen von den aristokratischen Tanzformen des Barocks über die elegantesten Charakterstücke des 19. Jahrhunderts bis hin zu Keith Jarretts Paraphrasen klassischer Jazz-Standards.