Schwarze Engel, dunkle Riten

12.09.2021 – 13.09.2021
„Warum muss der Teufel immer all die guten Melodien haben?“, lautet ein bekanntes englisches Sprichwort. Diabolisch-verlockende Tonfolgen dieser Art sind es, die bei der Kooperation des Literaturfests mit den Niedersächsischen Musiktagen zu... weiterlesen
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Event-Info

„Warum muss der Teufel immer all die guten Melodien haben?“, lautet ein bekanntes englisches Sprichwort. Diabolisch-verlockende Tonfolgen dieser Art sind es, die bei der Kooperation des Literaturfests mit den Niedersächsischen Musiktagen zu hören sein werden. Der Sound der dunklen Mächte trifft dabei auf allerhand magische Rituale und den archaischen Zauber des Voodoo. „Black Angels“, das spektakuläre Streichquartett des Amerikaners George Crumb, malt 13 suggestive „Bilder aus dem dunklen“ Land. Vollendet am „Freitag, dem 13. März“ 1970, „in tempore belli“, wie der Komponist ausdrücklich bemerkt, nimmt das zahlensymbolisch raffiniert kodierte Werk unmittelbar Bezug auf das Grauen des Vietnamkriegs. Im vibrierenden Kraftfeld zwischen subtiler Kammermusik, spiritistischer Séance und effektvollem Horrorsoundtrack sind die elektrisch verstärkten Streicher vielseitig gefordert: Neben makabren Anspielungen vom Dies Irae über den allgegenwärtigen „Diabolus in musica“, das Intervall des Tritonus, bis hin zu Zitaten aus Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ – auf kopfüber gehaltenen Instrumenten allerdings – warten eine Reihe weiterer Aufgaben.Die Musiker skandieren Zahlenreihen, sie intonieren wehmütige Gesänge auf gestimmten Gläsern und lassen ein unheilverkündendes Tamtam erklingen. Aufregender, aktueller als vor fünfzig Jahren in „Black Angels“ hat das altehrwürdige Streichquartett selten geklungen. Zahlenmystik, schwarze und weiße Magie sind auch das Thema der literarischen Collage von Friederike Kohn: Poetisch und gänsehautverdächtig lesen Julia Hansen und Fabian Hinrichs von Dämonen im Bannkreis, überheblichen Zauberlehrlingen, widerspenstigen Geistern und lebensgroßen Voodoo-Puppen. „Aus eins mach zehn und zwei lass gehn“, so beginnt das Hexeneinmaleins bei Goethes Faust. In Grimms Märchen und Grimoire, dem Zauberbuch des Mittelalters, finden sich Beschwörungen und Unterweisungen, weißmagischer Liebeszauber und Verwünschungen. Weitere Textauszüge stammen beispielsweise aus Sir Walter Scotts „Briefe über Dämonologie und Hexerei“, Jorge Luis Borges „Einhorn, Sphinx und Salamander“ und William Shakespeares „Macbeth“.

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„Warum muss der Teufel immer all die guten Melodien haben?“, lautet ein bekanntes englisches Sprichwort. Diabolisch-verlockende Tonfolgen dieser Art sind es, die bei der Kooperation des Literaturfests mit den Niedersächsischen Musiktagen zu hören sein werden. Der Sound der dunklen Mächte trifft dabei auf allerhand magische Rituale und den archaischen Zauber des Voodoo. „Black Angels“, das spektakuläre Streichquartett des Amerikaners George Crumb, malt 13 suggestive „Bilder aus dem dunklen“ Land. Vollendet am „Freitag, dem 13. März“ 1970, „in tempore belli“, wie der Komponist ausdrücklich bemerkt, nimmt das zahlensymbolisch raffiniert kodierte Werk unmittelbar Bezug auf das Grauen des Vietnamkriegs. Im vibrierenden Kraftfeld zwischen subtiler Kammermusik, spiritistischer Séance und effektvollem Horrorsoundtrack sind die elektrisch verstärkten Streicher vielseitig gefordert: Neben makabren Anspielungen vom Dies Irae über den allgegenwärtigen „Diabolus in musica“, das Intervall des Tritonus, bis hin zu Zitaten aus Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ – auf kopfüber gehaltenen Instrumenten allerdings – warten eine Reihe weiterer Aufgaben.Die Musiker skandieren Zahlenreihen, sie intonieren wehmütige Gesänge auf gestimmten Gläsern und lassen ein unheilverkündendes Tamtam erklingen. Aufregender, aktueller als vor fünfzig Jahren in „Black Angels“ hat das altehrwürdige Streichquartett selten geklungen. Zahlenmystik, schwarze und weiße Magie sind auch das Thema der literarischen Collage von Friederike Kohn: Poetisch und gänsehautverdächtig lesen Julia Hansen und Fabian Hinrichs von Dämonen im Bannkreis, überheblichen Zauberlehrlingen, widerspenstigen Geistern und lebensgroßen Voodoo-Puppen. „Aus eins mach zehn und zwei lass gehn“, so beginnt das Hexeneinmaleins bei Goethes Faust. In Grimms Märchen und Grimoire, dem Zauberbuch des Mittelalters, finden sich Beschwörungen und Unterweisungen, weißmagischer Liebeszauber und Verwünschungen. Weitere Textauszüge stammen beispielsweise aus Sir Walter Scotts „Briefe über Dämonologie und Hexerei“, Jorge Luis Borges „Einhorn, Sphinx und Salamander“ und William Shakespeares „Macbeth“.