OLIVER POLAK - Der Endgegner

OLIVER POLAK - Der Endgegner
15.12.2018 – 26.03.2019
Von der jüdisch geprägten Kinderstube über die Betrachtung der Welt in all ihrer Verworfenheit bis zur Verarbeitung schwerer Depressionen: Polak holt auf die Bühne, was er durchlebt hat, und hat keine Hemmungen, sich für eine gute Pointe selbst... weiterlesen
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Event-Info

Von der jüdisch geprägten Kinderstube über die Betrachtung der Welt in all ihrer Verworfenheit bis zur Verarbeitung schwerer Depressionen: Polak holt auf die Bühne, was er durchlebt hat, und hat keine Hemmungen, sich für eine gute Pointe selbst zum Narr zu machen. Auch damit steht er ganz in der Tradition der großen Stand-Up-Vorbilder, und nur folgerichtig schrieb die Zeit: „Oliver Polak, so überzeugend und unangenehm und melancholisch wie Lenny Bruce und Louis C.K.“ „Ich bin mir bei diesem ständigen Schreiben selber immer näher gekommen, schon deshalb heißt meine nächste Show 'Der Endgegner'“, berichtet Polak. „Ich lege da schon eine hohe Schlagzahl an, ständig etwas Neues zu produzieren, einfach weil mich auch immer mehr persönlich beschäftigt.“ Polak geht dabei mit Lust und Vorsatz ans Eingemachte, weil er überzeugt ist, dass sich die Tragik des Lebens oft nur mit Komik ertragen lässt. „Es geht mir nie darum zu überlegen, womit ich nun besonders provokant sein kann, sondern vielmehr darum, den Alltag so abzubilden, wie er sich nun mal darstellt.“ Was sich ja auch in vielen anderen Zusammenhängen beweist, etwa in seiner ebenfalls gemeinsam mit Micky Beisenherz produzierten Reihe „Das Lachen der anderen“, in der sie sich Stand-Ups zu Randgruppen wie MS-Kranken, Menschen mit Down-Syndrom oder HIV-Infizierte ausdenken und Polak diese sodann einem Publikum vorträgt, das ausschließlich aus der entsprechenden Randgruppe besteht. Für diese durchaus eigenwillige Betrachtung besonderer Gruppen wurden die beiden 2017 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet – und auch Polaks andere Late-Night-TV-Show „Applaus und raus“ erhielt mit dem Grimme-Preis im vergangenen Jahr eine besondere Ehrung. Dass er darüber mit „Ich darf das, ich bin Jude“ und „Der jüdische Patient“ zwei literarische Bestseller verfasste, dass er mit seinen Shows „Jud Süß-Sauer“, „Krankes Schwein“ und „Über Alles“ in drei Ländern vor ausverkauften Häusern spielte – all dies sind Belege dafür, wie überfällig ein neuer, bissiger, gern auch mal konfrontativer Humor in Deutschland war. „Deutschland an sich hat ja einen totalen Dachschaden“, sagt er. „Es muss mal eine Erneuerung her“ – und dafür tritt Oliver Polak auf den Plan. Er ist der impulsive Gegenpol für alle Comedy-Fans, die den deutschen Supermarktkassen-„Kennste“-Humor nicht als aufklärerische Unterhaltung verkauft bekommen wollen. Polaks eigener Anspruch ist ein beständiges Hinterfragen überholter Denkmuster, der bürgerlichen Benimmregeln und ungeschriebenen Society-Gesetze, von denen er sich als Privatperson nur vehement mit artistisch-asozial artikulierten Tabubrüchen abgrenzen kann. „Nicht umsonst gibt es im Amerikanischen den Begriff 'Comic Relief', also Erlösung. Und darum geht es mir: Ich möchte, dass sich die Menschen vor der Bühne einmal verstanden fühlen in all ihren Gegensätzen und Indifferenzen.“ Dies betreffend, hat Polak tatsächlich eine neue Ebene in den deutschen Humor gebracht: Er hilft dabei, gerade über die eigenen Unzulänglichkeiten und Peinlichkeiten zu lachen, die man sonst tunlichst von sich fern hält. Weil es sonst weh tut. So gesehen hat Polaks Humor tatsächlich bei aller Härte der Themen und Kompromisslosigkeit der Sprache letztlich eine heilende Wirkung: Er ermöglicht es uns, über das zu lachen, was eigentlich zum Heulen wäre – und dies in der gesamten Breite und Tiefe, die das moderne Leben uns nun mal abverlangt. Denn wer ist denn unser „Endgegner“ in letzter Konsequenz? Wir selber.