Musik und Macht: der Widerspenstigen Zähmung?

Musik und Macht: der Widerspenstigen Zähmung?
am 11.12.2021
Musik und Macht: der Widerspenstigen Zähmung? Schon immer war Musik politisch. Sie verherrlichte König und Kirche, zur Marschmusik wurde auf den Schlachtfeldern gestorben, Nationalhymnen, Widerstandslieder, Fußballgesänge stiften Identität... weiterlesen
Tickets ab 6,50 €

Termine

Orte Datum
Freiburg
Humboldtsaal im Freiburger Hof
Sa. 11.12.2021 12:00 Uhr Tickets ab 6,50 €

Event-Info

Musik und Macht: der Widerspenstigen Zähmung?
Schon immer war Musik politisch. Sie verherrlichte König und Kirche, zur Marschmusik wurde auf den Schlachtfeldern gestorben, Nationalhymnen, Widerstandslieder, Fußballgesänge stiften Identität und peitschen Massen auf. Folgerichtig war es Mächtigen aller Zeiten ein Herzensanliegen, Musik in ihrem Sinne zu instrumentalisieren. Ebenso folgerichtig aber fanden Musiker (wie natürlich Künstler aller Sparten) Wege, dennoch Eigenes und Kritisches zu sagen, verschlüsselt, ironisch, zwischen den Zeilen: ein mitunter hoch inspiriertes Katz-und-Maus-Spiel.
Relativ risikolos in Tönen sprechen konnte Leoš Janácek 1905 im tschechischen Brno/Brünn: seine Klaviersonate ist eine schroffe Totenklage auf die Erschießung eines jungen Demonstranten durch k. & k. Militär, für Janácek die Besatzungsmacht. Uraufgeführt wurde das Werk 1906 in Brno.
Für einen Komponisten unter Stalin dagegen konnten "falsche" Noten lebensgefährlich werden. Nachdem Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" das Missfallen des "Großen Gärtners" Stalin erregt hatte, schrieb er buchstäblich um sein Leben, rehabilitierte sich durch Jubelschinken und Filmmusik, um dann doch wieder an den Grenzen des Erlaubten zu kratzen. Als während des Zweiten Weltkrieges die Kulturpolitik relativ gelockert wurde, entstanden einige seiner bekanntesten Werke, die Siebte und Achte Symphonie und das Zweite Klaviertrio. Die Zweite Klaviersonate von 1942 dagegen steht bis heute in deren Schatten: vielleicht, weil sich die Maus hier unpopulär weit hinaus gewagt hat?

Foto (c) Markus Gallus

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Musik und Macht: der Widerspenstigen Zähmung?
Schon immer war Musik politisch. Sie verherrlichte König und Kirche, zur Marschmusik wurde auf den Schlachtfeldern gestorben, Nationalhymnen, Widerstandslieder, Fußballgesänge stiften Identität und peitschen Massen auf. Folgerichtig war es Mächtigen aller Zeiten ein Herzensanliegen, Musik in ihrem Sinne zu instrumentalisieren. Ebenso folgerichtig aber fanden Musiker (wie natürlich Künstler aller Sparten) Wege, dennoch Eigenes und Kritisches zu sagen, verschlüsselt, ironisch, zwischen den Zeilen: ein mitunter hoch inspiriertes Katz-und-Maus-Spiel.
Relativ risikolos in Tönen sprechen konnte Leoš Janácek 1905 im tschechischen Brno/Brünn: seine Klaviersonate ist eine schroffe Totenklage auf die Erschießung eines jungen Demonstranten durch k. & k. Militär, für Janácek die Besatzungsmacht. Uraufgeführt wurde das Werk 1906 in Brno.
Für einen Komponisten unter Stalin dagegen konnten "falsche" Noten lebensgefährlich werden. Nachdem Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" das Missfallen des "Großen Gärtners" Stalin erregt hatte, schrieb er buchstäblich um sein Leben, rehabilitierte sich durch Jubelschinken und Filmmusik, um dann doch wieder an den Grenzen des Erlaubten zu kratzen. Als während des Zweiten Weltkrieges die Kulturpolitik relativ gelockert wurde, entstanden einige seiner bekanntesten Werke, die Siebte und Achte Symphonie und das Zweite Klaviertrio. Die Zweite Klaviersonate von 1942 dagegen steht bis heute in deren Schatten: vielleicht, weil sich die Maus hier unpopulär weit hinaus gewagt hat?

Foto (c) Markus Gallus