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Turbostaat - auf dem weg nach abalonia

Infos zu: Turbostaat - auf dem weg nach abalonia

Präsentiert von : INTRO, VISIONS, OX & livegigs.de, Rock City News und StarFM.

Mit Punk ist es so eine Sache. Eines von dessen Prinzipien besteht bekanntlich darin, dass man als Band entweder zum "Ausverkauf" strebt - mit dem Nebenresultat, dass die Alten sich abwenden und die freien Plätze von den Neuen eingenommen werden. Oder dass man als Band den "Ausverkauf" vermeidet - und schön weiter vor den Freunden spielt (Familienfeier-Prinzip). Viele Bands erleben den ersten Fall - "das Problem" - dabei sowieso nie. Aber was ist mit jenen, deren Musik nun einmal zu viele interessiert? Was ist in diesem Fall zu tun? Oder auch: soll das nicht eigentlich so? In Deutschland gibt es folglich nicht allzu viele Punkbands, denen es gelungen ist, beide Möglichkeiten miteinander zu verbinden. Die Goldenen Zitronen haben Anfang der 1990er einen klaren Bruch vollzogen und sich im Zuge ihrer Entwicklung zum guten Gewissen der kümmerlichen Reste von Gegenkultur und Opposition entwickeln können, gleichzeitig aber auch Anschlusspunkte an den bürgerlichen Hochkulturbetrieb gefunden. Die mittlerweile in Flensburg; Hamburg und Berlin ansässigen Turbostaat haben, statt die Richtung zu ändern, hingegen einfach immer weitergemacht und sich damit ihren Weg in den von Gitarren geprägten Teil der Popkultur des Landes gebahnt. Und sind im Zuge dessen in den letzten zehn Jahren zu einem Stil bildenden Einfluss für eine ganze Generation angepunkter Jungsrockbands geworden. Dass sich die Sache seit dem Erscheinen von "Flamingo" 2001 in dieser Weise entwickeln konnte, hat indes wohl weniger mit Geschäftssinn als mit jener Art von Integrität zu tun, die man wohl nur in den Subkulturen lernen kann. Und nicht zuletzt mit der simplen Tatsache, dass Turbostaat schlichtweg die richtigen Akkorde gefunden haben. Inmitten vielfacher Erschlaffung trat diese Band derart energisch auf, dass sich ihr nur schwer zu entziehen war. Ein Turbostaat-Konzert war dann auch ein bisschen so, wie der Name andeutet: jemand legte einen Schalter um und das Publikum wurde von einer treibenden Welle aus Moll (!) weggetragen. Und Turbostaat sind auf den folgenden vier Platten genau diese so energische wie unprätentiöse Band geblieben. An der Musik hat sich dabei bis heute nichts Substanzielles geändert. Sänger Jan Windmeier skandiert immer noch mehr als dass er singt, die Musik lebt immer noch vor allem von der Energie und erst beim zweiten Hinhören von den Melodien. Und die Texte sind immer noch in einer Weise kryptisch, dass sie je nach Vorliebe als protopolitisches Statement oder persönliche Zustandsbeschreibung lesbar sind. Das Erstaunlichste dabei aber ist: die Anhängerschaft ist mittlerweile recht groß - und fühlt sich doch bei dieser Band familiär aufgehoben. Wer das schafft, der darf auch Erfolg haben.

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