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Stoppok - Lichterketten und Leuchtsterne

Infos zu: Stoppok - Lichterketten und Leuchtsterne

Lichterketten und Leuchtsterne
Immer wenn das Geklingel wieder anschwillt, wenn sich Lichterketten und
Leuchtsterne gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, wenn wieder der große
Konsumrausch angesagt ist, dann packt Stoppok Gitarren und Schlagwerk und zieht
los. Dass er zur Vorweihnachtszeit in den Clubs und Theatern der Republik sein
Gegenprogramm zum pervertierten „Fest des Friedens“ spielt, ist inzwischen eine
liebe Tradition. Ein Gegenprogramm zu all dem inhaltsleeren, großmäuligen und
konformistischen Getriebe, wie es der Mann in den speziellen Hemden und mit dem
Hang zu auffälligen Schuhen seit jeher in seiner Person vorlebt und wie er es in
vielen Songs formuliert hat: In der Hymne an kritische Menschlichkeit „Tanz“ etwa
oder in „Viel zu schön“, das seine „frohe Botschaft“ weiterträgt: „Viel zu schön hier
auf der Erde, viel zu schön für’n Leben in der Herde”.
Gegen den Strom
Schon immer schwamm Stoppok – mit Vornamen Stefan in Hamburg geboren, vom
fünften Lebensjahr an in Essen aufgewachsen und so entscheidend vom Ruhrgebiet
geprägt, nach einigen Jahren in Oberbayern mittlerweile wieder in Hamburg zu
Hause – gegen den Strom. Wo andere um des lieben Erfolgs willen musikalischen
Fast-Food-Moden folgten, blieb er dem ehrlichen Handwerk treu: Der Blues, der Folk,
der Rock’n’Roll, ja auch die besten Elemente eines progressiven Rocks – seine erste
Gruppe, die „Stenderband“, orientierte sich einst nicht ohne Grund an den
unvergleichlichen „Gentle Giant“ – waren und sind seine Basis. Wo andere ihre
Herkunft an englischsprachiges Tralala verrieten, blieb er der deutschen Sprache
und seinem Ruhr-Dialekt treu. Und wo andere sich der Musikindustrie mit Haut und
Haaren verkauften, behielt Stoppok – nach ernüchternden Erfahrungen – lieber alles
selbst unter Kontrolle: Produziert selbst im eigenen Verlag „La-La-Land“ und fürs
eigene Label „Grundsound“, entscheidet selbst über seine Außendarstellung, und
verlässt sich auf ähnlich gepolte Freunde und Musiker wie Bernie Conrads, Danny
Dziuk, Benny Greb oder Reggie Worthy.
Gesamtkunstwerk
Wohl nur so blieb es erhalten, das Gesamtkunstwerk Stoppok, diese schillernde
Persönlichkeit, die ganz unterschiedliche Qualitäten in sich vereint. Da ist einmal der
herausragende Instrumentalist, dessen Können an Gitarre, Banjo und Co, -
mittlerweile kombiniert mit eigens bei der Firma Schlagwerk entwickelten, mit den
Füßen bedienbaren Perkussioninstrumenten - über jeden Zweifel erhaben ist. Da ist
der Entertainer, der den Kontakt mit seinem Publikum liebt, ohne sich anzubiedern;
der mit ironischen Plaudereien und gegen jeden Strich gebürsteten Kommentaren
seine Inkompatibilität zum Massengeschmack pflegt. Unterhaltung hat bei Stoppok
seit jeher mit Haltung zu tun. Was sich schließlich beim genialen Singer/Songwriter
Stoppok zeigt. Die Texte seiner unverwechselbar lakonisch und leicht nasal.

gesungenen Songs gehören seit über 25 Jahren zu den besten, witzigsten und vor
allem menschlichsten des deutschsprachigen Raums. Es ist nicht übertrieben,
Stoppok einen deutschsprachigen Pionier zu nennen: Kraftvolle und intelligente
Protestsongs („Learning by Burning”), Balladen und Liebeslieder, die ohne einen
Anflug von Betroffenheitslyrik direkt ins Herz treffen („Leise”), witzige Reflektionen
der Malessen des Alltags („Ärger”, „Scheiße am Schuh” oder „Kalter Kaffee”) und
nicht zuletzt ebenso authentische wie humorvolle Beschreibungen von Ruhrpott-
Figuren und Schlawinern aller Schichten (von „Lotto gewonn” bis „Willie und Gerd”) –
Stoppok ist ein begnadeter Geschichtenerzähler mit Herz für die Underdogs und
Zukurzgekommenen. Wenn er auf dem Banjo „die harte Zeit zwischen Twen-Tours
und Seniorenpass” besingt, dann decken sich seine Erfahrungen („keiner gibt Rabatt,
keiner, der Erbarmen hat“) mit denen seines Publikums.
Einzigartiges Repertoire
Es ist inzwischen also ein gewaltiges und einzigartiges Repertoire, aus dem Stoppok
auswählen kann, wenn er wieder loszieht. Was genau er dann an den Stationen
seiner Vorweihnachtstour spielen wird, weiß er vorher nie genau, Stoppok überlässt
vieles der Stimmung, seiner wie der des Publikums. Das ist die vielleicht wichtigste
Lektion, die er vor vielen Jahren als Straßenmusiker auf Tour durch ganz Europa
gelernt hat: Ehrlich zu bleiben, sich einzulassen auf die Situation, auf den Moment
und auf die künstlerische Freiheit. Deshalb kann man sich immer sicher sein, bei
einem Stoppok-Konzert auch den echten und ganzen Stoppok zu bekommen.
Oliver Hochkeppel
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STOPPOK erhält in diesem Jahr den DEUTSCHEN WELTMUSIKPREIS RUTH 2015
Aus der Begründung der Jury:
„Der Hauptpreis zur RUTH 2016 geht an Stefan Stoppok. Dessen Songs zeichnet vor
allem eines aus: Sie sind ein Spiegel unserer selbst. Was wir tun aus Liebe,
Unüberlegtheit, aus Borniertheit, aus Hass auf andere, aus Dummheit, aus
Begeisterung – all unser sehr differenziertes Alltagsverhalten finden wir in Stoppoks
Liedern wieder. Immer wieder legt er den Finger in die zahlreichen Wunden unserer
Gesellschaft und unserer Zeit, und das genussvoll mit Ironie und gelegentlichem
Sarkasmus. Selbst für die schwierigsten Themen findet Stoppok einen Weg, sie uns
nahe zu bringen. Dabei verbindet er als Transportmittel in kongenialer Form Folk,
Blues und Songwriting zu einer Kunst, der sich zu entziehen schwer fällt und die
einzigartig ist in unserem Land."

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