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Martin Luther & Thomas Münzer

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Schauspiel von Dieter Forte
MARTIN LUTHER & THOMAS MÜNZER
oder
DIE EINFÜHRUNG DER BUCHHALTUNG
Das politische Explosionspotential des Stückes –die Mechanismen der Macht– ist wie geschaffen für unsere Gegenwart, geht es doch um globale Vernetzung, Monopolbildung, Bankenkrisen, Staatsbankrotte und um den jede Solidarität ausschließenden, modernen Kapitalismus der Wirtschaftswelt. Das Stück spielt von 1514 bis 1525. Dass die Bezüge auf unsere Zeit so klar und eindeutig sind, überrascht. Es bedurfte keiner Aktualisierung, keiner für das Theater zurecht gebogenen Konfrontation – es gibt anscheinend Konstellationen, die sich modellhaft wiederholen. Es geht um Menschen im Netz der Macht. Es geht um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation. In spannenden Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle eher mehr als weniger verstrickt sind. Fugger handhabt seine Geschäfte nicht anders als die heutigen Großkapitalisten. Ganz gleich, ob er Gewürze, Menschen, Metalle oder Nachttöpfe verkauft, ob er der Ablass–Händler des Papstes ist oder Bistümer verschiebt – ihn interessieren nur Aktiva und Passiva seines Hauptbuches. Während Fürsten und Priester im Schlussbild den Lutherchoral „Ein feste Burg“ singen, spricht der kniende Fugger, der soeben 1000%igen Gewinn gemacht hat, eine zynische Litanei zum Ruhm Mammons: „O Kapital, du Anfang und Ende aller Dinge“. Seit seiner Uraufführung 1970 hat dieses große dokumentarische Schauspiel mehr als 40 Inszenierungen in zehn Ländern erlebt und bei Zuschauern wie Kritikern für Furore gesorgt.

Foto: Matthias Stutte

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