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Infos zu: DER HAUPTMANN VON KÖPENICK

Carl Zuckmayer
DER HAUPTMANN VON KÖPENICK
Regie: Axel Krauße
Bühne und Kostüme: NN
mit Kim Bormann, Nicole Schneider, Robert Arnold, Toni Gojanovic, Paul Schaeffer

Es beginnt mit einer Uniform, die keinem so recht passt und die bis zum Ende der Nahrungskette weitergereicht wir. Dort benutzt sie der vorbestrafte Schuster Wilhelm Voigt, um sich aus seiner ausweglosen Situation zu retten: Ohne Papiere keine Arbeit, ohne Arbeit keine Papiere. Von seinem täglichen Kampf ums Überleben gezeichnet und von der Behördenwillkür gedemütigt, greift er zu einem letzten, aber grandiosen Mittel: Als Hauptmann verkleidet besetzt er mit einer Handvoll Soldaten das Rathaus in Köpenick, um sich endlich Papiere ausstellen zu können. Auch wenn der Schwindel auffliegt, funktioniert diese Aktion, denn sie düpiert das ganze Kaiserreich in seinem blinden Gehorsam gegenüber einer Uniform und macht den Schuster Voigt schlagartig berühmt.
Zuckmayer griff mit seinem Stück einen Fall auf, von dem er in der Zeitung gelesen hatte und der 1906 tatsächlich so passiert ist. So machte er den Hauptmann von Köpenick zu einer unsterblichen Figur, die vor allem durch Verfilmungen mit Heinz Rühmann oder Harald Juhnke ein großes Publikum erreichte. Auch wenn das Stück dem Genre des Volkstheaters zugerechnet wird, eröffnet es in erster Linie eine entwaffnende Sicht auf das hochgerüstete preußische Kaiserreich, in dem das Militär über allem steht, und ist eine Anklage der Unmenschlichkeit der Bürokratie. Zwar ist die Militärseligkeit in Deutschland nach zwei Weltkriegen deutlich geschwunden, aber DER HAUPTMANN VON KÖPENICK macht auch heute deutlich, wie sich Eliten gegen sozial Schwächere abgrenzen, wie ihre Herrschaft funktioniert und wie schnell Menschen einer vermeintlichen Autorität hinterherlaufen, die nur von Äußerlichkeiten bestimmt wird. „Haste was, dann biste was“, sagt der Volksmund und, dass Kleider Leute machen wissen wir schon seit „Des Kaisers neue Kleider“.

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