Lenz

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13.01.2019 – 24.01.2019
Er ist Schriftsteller, ein Mensch der Extreme – Jakob Michael Reinhold Lenz, von Goethe verschmäht und, obwohl ihm das Talent eines Genies nachgesagt wird, zeitlebens nicht erfolgreich. Ein Schriftstellerkollege, Georg Büchner, greift rund... weiterlesen
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Event-Info

Er ist Schriftsteller, ein Mensch der Extreme – Jakob Michael
Reinhold Lenz, von Goethe verschmäht und, obwohl ihm das Talent
eines Genies nachgesagt wird, zeitlebens nicht erfolgreich. Ein Schriftstellerkollege, Georg Büchner, greift rund 50 Jahre später den Fall »Lenz« noch einmal auf. In einer Atem raubenden, atmosphärisch dichten Erzählung lässt er dessen Lebensweg plastisch werden: seine Fluchten in die Einsamkeit der Natur, seine zerrissenen Sehnsüchte, seine niederschmetternden Enttäuschungen, seine wie von Furien des Wahns vorangepeitschten Ausbrüche und sein Refugium bei fürsorglichen Menschen, die letztlich aber hilflos zusehen müssen, wie er mehr und mehr abstürzt …
Büchner, Schriftsteller und Arzt, diagnostiziert Lenz schon 1839
auf modernste Weise: Es ist das, was wir heute als bipolare Störung
bezeichnen – Manie und Depression im schnellen Wechsel, Unruheund
Angstzustände, Wahnvorstellungen, Suizidgefahr …
Heute haben wir begonnen, dieses »Krankheitsbild« der zer splitternden Existenz weniger als tabubelegtes persönliches Schicksal
zu betrachten, sondern auch als Reflex auf eine durchaus widersprüchliche Gesellschaft. Ob Lenz, Büchner, Beethoven, Charles
Dickens, Sylvia Plath, Falco, Sinéad O’Connor, Amy Winehouse oder
jüngst mit seinem autobiografischen Roman über Bipolarität für den
deutschen Buch preis nominiert – Thomas Melle: Sie alle ver weisen
uns auf den Zusammenhang zwischen Sensitivität, unbestech lichem
Blick auf die Welt, Kreativität und Wahn.
// Inszenierung: Jakob Arnold // Do 20.09.2018, Mörgens