Konzert zum Totensonntag

am 22.11.2020
Konzert zum Totensonntag: Robert Schumann: Requiem op. 148 (1852) | Felix Mendelssohn: Psalm 95 Zum ersten Mal wird Robert Schumanns Requiem in der Stadtkirche Tuttlingen von SolistInnen sowie dem Chor und Kantatenorchester der Stadtkirche... weiterlesen
Tickets ab 11,30 €

Termine

Orte Datum
Tuttlingen
Evangelische Stadtkirche Tuttlingen
So. 22.11.2020 17:00 Uhr Tickets ab 11,30 €

Event-Info

Konzert zum Totensonntag: Robert Schumann: Requiem op. 148 (1852) | Felix Mendelssohn: Psalm 95

Zum ersten Mal wird Robert Schumanns Requiem in der Stadtkirche Tuttlingen von SolistInnen sowie dem Chor und Kantatenorchester der Stadtkirche unter der Leitung von KMD Helmut Brand zu hören sein.

Die Requiem-Vertonung von Johannes Brahms gehört zu den am häufigsten dargebotenen Werken der Kirchenmusik. Robert Schumann hat sein weniger bekanntes, aber ebenso exzellentes Requiem op.148 noch vor seinem Zusammenbruch vollendet. In einer Aufführung gehört hat er es nie. Im Herbst 1860 bestärkte Johannes Brahms Clara Schumann in der Absicht, das Werk zu veröffentlichen, was zur Erstausgabe und endlich auch zur ersten nachweisbaren öffentlichen Aufführung im Jahr 1864 führte.
Warum aber hat der getaufte Protestant Schumann den katholischen Requiemtext vertont? 1850 war die Familie ins katholisch geprägte Düsseldorf gezogen, Schumann bekam hier die erste und einzige feste Anstellung seines Lebens als Städtischer Musikdirektor. Zu seinen Dienstpflichten gehörten auch Kirchenkonzerte. Es waren zunächst also rein „dienstliche“ Erwägungen, wohl auch das Bedürfnis des Komponisten, sich auf einem traditionsreichen musikalischen Feld zu bewähren, das er bisher ausgespart hatte. Hinzu kamen aber ohne Zweifel sehr persönliche Motive: „Das schreibt man für sich selbst“, soll Schumann gemäß seinem ersten Biographen auf entsprechende Fragen geantwortet haben.

Die Beschäftigung mit Psalmen inspirierte Felix Mendelssohn Bartholdy während seines gesamten kompositorischen Schaffens. Zwischen den Jahren 1830 und 1843 entstand eine Serie von fünf größeren Werken, die vielfältige Solo-, Chor- und Orchesterbesetzungen fordern. Felix Mendelssohn Bartholdy reizte die Sprachgewalt und Tiefe der alttestamentlichen Texte, auch mit Psalm 95 beschäftigte er sich lange. Wie bei einer Bachkantate wechselt die Besetzung von Abschnitt zu Abschnitt. Drei große Themen finden sich in dem Psalm. Die Aufforderung, Gott anzubeten und zu loben, dann die Beschreibung, dass Gott den Menschen gut tut und er wie ein Hirte zu seinen Schafen ist. Und schließlich die Mahnung und Erinnerung, wie schlecht es den Menschen ging, als sie ihr Herz verstockt hatten und nicht auf Gott hörten.

Event-Info

Konzert zum Totensonntag: Robert Schumann: Requiem op. 148 (1852) | Felix Mendelssohn: Psalm 95

Zum ersten Mal wird Robert Schumanns Requiem in der Stadtkirche Tuttlingen von SolistInnen sowie dem Chor und Kantatenorchester der Stadtkirche unter der Leitung von KMD Helmut Brand zu hören sein.

Die Requiem-Vertonung von Johannes Brahms gehört zu den am häufigsten dargebotenen Werken der Kirchenmusik. Robert Schumann hat sein weniger bekanntes, aber ebenso exzellentes Requiem op.148 noch vor seinem Zusammenbruch vollendet. In einer Aufführung gehört hat er es nie. Im Herbst 1860 bestärkte Johannes Brahms Clara Schumann in der Absicht, das Werk zu veröffentlichen, was zur Erstausgabe und endlich auch zur ersten nachweisbaren öffentlichen Aufführung im Jahr 1864 führte.
Warum aber hat der getaufte Protestant Schumann den katholischen Requiemtext vertont? 1850 war die Familie ins katholisch geprägte Düsseldorf gezogen, Schumann bekam hier die erste und einzige feste Anstellung seines Lebens als Städtischer Musikdirektor. Zu seinen Dienstpflichten gehörten auch Kirchenkonzerte. Es waren zunächst also rein „dienstliche“ Erwägungen, wohl auch das Bedürfnis des Komponisten, sich auf einem traditionsreichen musikalischen Feld zu bewähren, das er bisher ausgespart hatte. Hinzu kamen aber ohne Zweifel sehr persönliche Motive: „Das schreibt man für sich selbst“, soll Schumann gemäß seinem ersten Biographen auf entsprechende Fragen geantwortet haben.

Die Beschäftigung mit Psalmen inspirierte Felix Mendelssohn Bartholdy während seines gesamten kompositorischen Schaffens. Zwischen den Jahren 1830 und 1843 entstand eine Serie von fünf größeren Werken, die vielfältige Solo-, Chor- und Orchesterbesetzungen fordern. Felix Mendelssohn Bartholdy reizte die Sprachgewalt und Tiefe der alttestamentlichen Texte, auch mit Psalm 95 beschäftigte er sich lange. Wie bei einer Bachkantate wechselt die Besetzung von Abschnitt zu Abschnitt. Drei große Themen finden sich in dem Psalm. Die Aufforderung, Gott anzubeten und zu loben, dann die Beschreibung, dass Gott den Menschen gut tut und er wie ein Hirte zu seinen Schafen ist. Und schließlich die Mahnung und Erinnerung, wie schlecht es den Menschen ging, als sie ihr Herz verstockt hatten und nicht auf Gott hörten.