EGERSDÖRFER, SCHULZ, MUELLER - Carmen oder die Traurigkeit der letzten Jahre

EGERSDÖRFER, SCHULZ, MUELLER - Carmen oder die Traurigkeit der letzten Jahre
am 06.10.2022
Carmen oder die Traurigkeit der letzten Jahre Carmen hat in einem Anfall von Heißhunger die letzten vier Rollmöpse aus dem Glas im Stehen verschlungen. Sie beobachtet nervös den großen Zeiger der Küchenuhr. In zehn Minuten wird sie die Fische... weiterlesen
Tickets ab 25,40 €

Termine

Orte Datum
Frankfurt
Die Käs
Do. 06.10.2022 20:00 Uhr Tickets ab 25,40 €

Event-Info

Carmen oder die Traurigkeit der letzten Jahre

Carmen hat in einem Anfall von Heißhunger die letzten vier Rollmöpse aus dem Glas im Stehen
verschlungen. Sie beobachtet nervös den großen Zeiger der Küchenuhr. In zehn Minuten wird sie die
Fische erbrechen, um sich dann der 300g-Tafel Nougatschokolade zu widmen. Egersdörfer hat
schlecht geschlafen. Gestern Abend hat er befürchtet, dass ihm sein Bier nicht mehr schmeckt. Fast
einen halben Kasten hat er in großer Sorge ausgetrunken. Im Halbschlaf am Vormittag hat er sich
ausgedacht, wie er einige mit Mayonnaise bestrichene Rollmöpse nach dem Zwölf-Uhr-Läuten essen
wird. Der Nachbar Eichhorn hört durch die Wand das Würgen der Carmen und das Gebrüll der
Enttäuschung vom Egersdörfer. Eichhorn denkt an den schwäbischen Käsehändler mit den schwarz
behaarten Fingern, den er gestern im Bistro des Möbelhauses kennengelernt hat. Als Käsesommelier
hatte sich dieser bezeichnet. Nach dem zweiten Prosecco schlug er dem Eichhorn vor, auf dem
Parkplatz intim zu werden.
Wie kalter Rauch umgibt die Traurigkeit der letzten Jahre die Drei und die unbarmherzige Welt raucht
immer weiter dicke Zigarren aus Dummheit, Hass und Hybris. Was bleibt ihnen anderes übrig, als die
Fenster ihrer Eingeweide aufzureißen, wenn man nicht ersticken möchte?

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Carmen oder die Traurigkeit der letzten Jahre

Carmen hat in einem Anfall von Heißhunger die letzten vier Rollmöpse aus dem Glas im Stehen
verschlungen. Sie beobachtet nervös den großen Zeiger der Küchenuhr. In zehn Minuten wird sie die
Fische erbrechen, um sich dann der 300g-Tafel Nougatschokolade zu widmen. Egersdörfer hat
schlecht geschlafen. Gestern Abend hat er befürchtet, dass ihm sein Bier nicht mehr schmeckt. Fast
einen halben Kasten hat er in großer Sorge ausgetrunken. Im Halbschlaf am Vormittag hat er sich
ausgedacht, wie er einige mit Mayonnaise bestrichene Rollmöpse nach dem Zwölf-Uhr-Läuten essen
wird. Der Nachbar Eichhorn hört durch die Wand das Würgen der Carmen und das Gebrüll der
Enttäuschung vom Egersdörfer. Eichhorn denkt an den schwäbischen Käsehändler mit den schwarz
behaarten Fingern, den er gestern im Bistro des Möbelhauses kennengelernt hat. Als Käsesommelier
hatte sich dieser bezeichnet. Nach dem zweiten Prosecco schlug er dem Eichhorn vor, auf dem
Parkplatz intim zu werden.
Wie kalter Rauch umgibt die Traurigkeit der letzten Jahre die Drei und die unbarmherzige Welt raucht
immer weiter dicke Zigarren aus Dummheit, Hass und Hybris. Was bleibt ihnen anderes übrig, als die
Fenster ihrer Eingeweide aufzureißen, wenn man nicht ersticken möchte?