"Bovary" - nach Gustav Flaubert - Eigenproduktion

17.03.2022 – 09.04.2022
Wenn man durch das letzte Jahrhundert reist, findet man bestimmt nicht nur eine Bovary unter uns. Und wir glaubten sie immer zu kennen, doch wenn man uns heute fragt, wer sie eigentlich gegenwärtig genau ist, kommen wir in Verlegenheit. Gustav... weiterlesen
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Event-Info

Wenn man durch das letzte Jahrhundert reist, findet man bestimmt nicht nur eine Bovary unter uns. Und wir glaubten sie immer zu kennen, doch wenn man uns heute fragt, wer sie eigentlich gegenwärtig genau ist, kommen wir in Verlegenheit.
Gustav Flauberts Roman und zugleich das Märchen von der jungen Emma, die zunächst von einem Ritter aufm weißem Pferd in die Stadt gebracht wird, um später allen Konventionen zu trotzen, stammte von einem Mann und die Fantasien, die der Autor vermittelt, sind ebenfalls männlich. Wer also ist diese Romanfigur, die nicht mehr als Phantasma sein wird, solange wir ihr keine weibliche und sinnlichere Perspektive verleihen? Eine Madame, die immer zwischen der Erinnerung an die große Literatur des Realismus, der Prämisse des Romans, ihr naives Verhalten durch ihre Herkunft zu erklären und gleichzeitig durchdrungen von der heutigen Erwartung an die moderne und unabhängige Frau von morgen, gefangen bleibt.
Eine souveräne Bovary, die nach mehr Sichtbarkeit strebt und die Straßen für sich erobert oder die freiwillig unsichtbare Madame, die in die eigene Fantasiewelt emigriert. Wo also ist sie zu finden – diese junge, veränderungswillige Bovary? Diese aktive, herumtreibende und schaffende Bovary, die zu einem suchenden, zeitlosen Wesen werden soll, zu einem szenischen Musikstück über das Sein, das zwischen Resignation und großer Erwartung balanciert. Eine Madame Bovary, die es vermag in einer vom Mann geschaffenen Komposition, ihrer eigenen inneren Musik zu folgen – eingespannt zwischen verflossenen Idealen und zukünftigen Sehnsüchten.
„Bovary“ ist ein kollektiver Versuch einer weiblichen, mehrstimmigen und mehrfachkodierten musikalisch-bilderreichen Wanderung über die ständige Anpassung, Erfüllung und Frustration scheinbar unüberwindbarer sozialer Rollen.

Event-Info

Wenn man durch das letzte Jahrhundert reist, findet man bestimmt nicht nur eine Bovary unter uns. Und wir glaubten sie immer zu kennen, doch wenn man uns heute fragt, wer sie eigentlich gegenwärtig genau ist, kommen wir in Verlegenheit.
Gustav Flauberts Roman und zugleich das Märchen von der jungen Emma, die zunächst von einem Ritter aufm weißem Pferd in die Stadt gebracht wird, um später allen Konventionen zu trotzen, stammte von einem Mann und die Fantasien, die der Autor vermittelt, sind ebenfalls männlich. Wer also ist diese Romanfigur, die nicht mehr als Phantasma sein wird, solange wir ihr keine weibliche und sinnlichere Perspektive verleihen? Eine Madame, die immer zwischen der Erinnerung an die große Literatur des Realismus, der Prämisse des Romans, ihr naives Verhalten durch ihre Herkunft zu erklären und gleichzeitig durchdrungen von der heutigen Erwartung an die moderne und unabhängige Frau von morgen, gefangen bleibt.
Eine souveräne Bovary, die nach mehr Sichtbarkeit strebt und die Straßen für sich erobert oder die freiwillig unsichtbare Madame, die in die eigene Fantasiewelt emigriert. Wo also ist sie zu finden – diese junge, veränderungswillige Bovary? Diese aktive, herumtreibende und schaffende Bovary, die zu einem suchenden, zeitlosen Wesen werden soll, zu einem szenischen Musikstück über das Sein, das zwischen Resignation und großer Erwartung balanciert. Eine Madame Bovary, die es vermag in einer vom Mann geschaffenen Komposition, ihrer eigenen inneren Musik zu folgen – eingespannt zwischen verflossenen Idealen und zukünftigen Sehnsüchten.
„Bovary“ ist ein kollektiver Versuch einer weiblichen, mehrstimmigen und mehrfachkodierten musikalisch-bilderreichen Wanderung über die ständige Anpassung, Erfüllung und Frustration scheinbar unüberwindbarer sozialer Rollen.