Bezahlt wird nicht!

03.06.2020 – 07.07.2020
Eine beliebte Frage an Politiker in Zeiten von Wahlkämpfen – quasi als Realitätscheck – gilt dem aktuellen Preis von einem Pfund Butter oder einem Liter Milch. Wer es weiß, hat bessere Chancen im Wettbewerb um Glaubwürdigkeit. Ihren Glauben... weiterlesen
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Event-Info

Eine beliebte Frage an Politiker in Zeiten von Wahlkämpfen – quasi als Realitätscheck – gilt dem aktuellen Preis von einem Pfund Butter oder einem Liter Milch. Wer es weiß, hat bessere Chancen im Wettbewerb um Glaubwürdigkeit. Ihren Glauben an die Politik und die Selbstheilungskräfte der freien Marktwirtschaft verloren haben die Frauen in Dario Fos Farce „Bezahlt wird nicht!“.
Kein Autor verstand es so gut wie der italienische Nobelpreisträger Dario Fo (1926-2016), politische Inhalte auf höchst witzige und unterhaltsame Weise zu verpacken. „Bezahlt wird nicht!“ lautet der Schlachtruf einiger Mailänder Hausfrauen, die die Nase voll haben von ins Unermessliche steigenden Preisen und sich in einem Akt zivilen Ungehorsams widersetzen. Antonia ist eine von ihnen. Was sie da alles aus dem geplünderten Supermarkt nach Hause geschleppt hat ohne zu bezahlen, muss sie vor ihrem prinzipientreuen Mann Giovanni verstecken. Um das Diebesgut unsichtbar werden zu lassen, muss auch ihre Freundin Margherita herhalten und mutiert zur Hochschwangeren. Antonia verstrickt sich in immer aberwitzigere Erklärungen und das Chaos ist perfekt.
Verwechslungen, Situationskomik und ein subversiver Humor machen „Bezahlt wird nicht!“ zu einer bissigen Komödie. Gerade in Zeiten, in denen die gesellschaftliche Schere immer weiter auseinanderklafft, in vielen europäischen Ländern die Mittelschicht den Verlust ihres Wohlstands befürchtet und in gelbe Westen gehüllt ihren Protest auf die Straße trägt, gewinnt Dario Fos rasante Farce wieder an Brisanz. „Bezahlt wird nicht!“ beschert ein Wiedersehen mit Thorsten Köhler, der für die Regie gewonnen werden konnte. Wieder an seiner Seite der Bühnenbildner Justus Saretz: Mit seiner Ausstattung für „Gespräch wegen der Kürbisse“ gab er in der vergangenen Spielzeit sein überzeugendes Coburg-Debüt.