Aus dem Leben gegriffen

17.09.2021 – 18.09.2021
"Die „Kammer“ der Kammermusik: Noch im 19. Jahrhundert stellte man sie sich als geschützte Zone im Inneren gepflegter Häuser vor, in der kultivierte Menschen geistreich Erdachtes und zart Empfundenes artikulieren. Als einen Rückzugsort, an dem... weiterlesen
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Event-Info

"Die „Kammer“ der Kammermusik: Noch im 19. Jahrhundert stellte man sie sich als geschützte Zone im Inneren gepflegter Häuser vor, in der kultivierte Menschen geistreich Erdachtes und zart Empfundenes artikulieren. Als einen Rückzugsort, an dem sich die edle Tonkunst in seliger Selbstgenügsamkeit entfalten konnte. Die gemeine Welt, so die Klischeevorstellung, hatte außen vor zu bleiben. Welchen Abdruck die Gewohnheiten der Menschen, ihr Alltag und ihre Rituale tatsächlich in vielen Kompositionen hinterlassen haben, ist dagegen in den ebenso vitalen wie stilistisch feinsinnigen Interpretationen des Duos Hornung-Schuch zu erleben: Robert Schumanns „Stücke im Volkston“ poetisieren traditionelle populäre Satzarten wie einen ungarischen Tanz, ein Wiegenlied oder einen Marsch.
Der sakrale Minimalismus des Esten Arvo Pärt wiederum vermittelt die Faszination langsam sich weitender Räume. Sphärische Klanggespinste, gläserne Harmoniefolgen und voluminöse Pedaltöne führen in den „Fratres“ (1977) mitten hinein in eine moderne Spiritualität jenseits aller Konfessionen. Ohnehin sind gerade die bedeutendsten Werke der Kammermusik wie César Francks A-Dur-Sonate nicht nur formal raffiniert gearbeitet, sie sind immer auch durchdrungen von der prallen Schönheit des Dasein.

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"Die „Kammer“ der Kammermusik: Noch im 19. Jahrhundert stellte man sie sich als geschützte Zone im Inneren gepflegter Häuser vor, in der kultivierte Menschen geistreich Erdachtes und zart Empfundenes artikulieren. Als einen Rückzugsort, an dem sich die edle Tonkunst in seliger Selbstgenügsamkeit entfalten konnte. Die gemeine Welt, so die Klischeevorstellung, hatte außen vor zu bleiben. Welchen Abdruck die Gewohnheiten der Menschen, ihr Alltag und ihre Rituale tatsächlich in vielen Kompositionen hinterlassen haben, ist dagegen in den ebenso vitalen wie stilistisch feinsinnigen Interpretationen des Duos Hornung-Schuch zu erleben: Robert Schumanns „Stücke im Volkston“ poetisieren traditionelle populäre Satzarten wie einen ungarischen Tanz, ein Wiegenlied oder einen Marsch.
Der sakrale Minimalismus des Esten Arvo Pärt wiederum vermittelt die Faszination langsam sich weitender Räume. Sphärische Klanggespinste, gläserne Harmoniefolgen und voluminöse Pedaltöne führen in den „Fratres“ (1977) mitten hinein in eine moderne Spiritualität jenseits aller Konfessionen. Ohnehin sind gerade die bedeutendsten Werke der Kammermusik wie César Francks A-Dur-Sonate nicht nur formal raffiniert gearbeitet, sie sind immer auch durchdrungen von der prallen Schönheit des Dasein.